Skikrankheit: die Seekrankheit in den Bergen

Skikrankheit: die Seekrankheit in den Bergen

Die Sicht ist schlecht, es schneit und vor Nebel sieht man kaum noch die eigenen Ski. Der Berg schwankt wie ein Schiff, die Piste verschwimmt vor den Augen und Orientierungslosigkeit oder gar Übelkeit treten auf. Falls dir so etwas schon einmal passiert ist, warst du höchstwahrscheinlich skikrank. Dieses Phänomen tritt öfter auf, als man vermuten mag. Was genau die Skikrankheit ist und was du dagegen tun kannst, erfährst du hier.

Was ist die Skikrankheit?

Die Skikrankheit ist eine Form der Reisekrankheit. Dabei können wie bei Reisen mit dem Auto, Flugzeug oder Schiff Übelkeit und Unwohlsein entstehen. Die visuellen Eindrücke stimmen dann nicht mit der Wahrnehmung des Gleichgewichtssinnes im Innenohr überein. Die Konturen der Umgebung sind gerade bei nebligen und verschneiten Tagen schwer zu erkennen. Dem Auge werden unbewegliche Bilder vermittelt, das Gehirn meldet jedoch eine Bewegung. Noch dazu kommt, dass die sensorischen Informationen der Füße, die in ungewöhnlichen Schuhen stecken und an Skiern fixiert sind, auch noch gestört werden. All diese Aspekte können dann zur Skikrankheit führen.

Augenprobleme spielen eine Rolle

Vor allem Skifahrer, die unter Einschränkungen des Sehvermögens leiden, Kontaktlinsen oder eine ungeeignete Brille tragen oder diese beschlagen ist, sind besonders von der Skikrankheit betroffen. Denn selbst die kleinsten Sehprobleme enthalten den Augen wichtige Informationen vor. Weitere Risikofaktoren sind die Angst vor einem Unfall, psychische Faktoren und möglicher Alkoholkonsum. Da die Skikrankheit für viele noch unbekannt ist, werden die Symptome oft auf zu viel Alkohol oder verdorbenes Essen zurückgeführt.

Skikrankheit hat nichts mit Höhe zu tun

Mit der Höhenkrankheit, bei der ebenfalls Übelkeit und Erbrechen auftreten können, hat die Skikrankheit jedoch nichts zu tun. Höhenkrank wird man erst ab einer Höhe von etwa 3000 Metern. Die Skikrankheit tritt jedoch unabhängig von der Höhe auf. Es gibt zwar keine Statistiken zur Häufigkeit der Skikrankheit, jedoch erleben viele milde Symptome mit Unsicherheit und leichter Orientierungslosigkeit. Es kann jedoch auch vorkommen, dass sich diese harmlose Krankheit verschlimmert und sogar bei schönem Wetter auftritt. Vielen hilft es bei Nebel und Schneetreiben eine Pause einzulegen, bis sich die Sicht wieder bessert.

Was kann man bei Skikrankheit tun?

Es kann bereits helfen, sich einen Punkt zu suchen, wie einen Baum, und diesen zu fixieren. Falls das keine Besserung bringt, sollte man die Ski abschnallen. Wer sich von den Symptomen jedoch nicht vom Skifahren abhalten lassen möchte, kann es auch mit Medikamenten gegen Reiseübelkeit versuchen. Da viele davon aber Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Bauchschmerzen oder, in seltenen Fällen, Bewegungsstörungen oder gar Halluzinationen verursachen können, sollte man damit sehr vorsichtig sein.

Empfehlenswert ist natürlich ein Mittel ohne Nebenwirkungen auszuprobieren. Möchtest du keine Pause einlegen, dann kaust du Kaugummis mit Vitamin C, damit das Histamin, das der Übelkeitsauslöser sein kann, rasch abgebaut werden kann. Damit sollte deinem Spaß auf der Piste nichts mehr im Wege stehen.

Du merkst also, die Seekrankheit ist kein Phänomen, das ausschließlich auf dem Wasser auftritt. Vielleicht warst du ja bereits davon betroffen, ohne es zu wissen, denn der Begriff der Skikrankheit ist noch nicht weit verbreitet. Aber es gibt gute Nachrichten: obwohl sich das Wort Krankheit erst einmal schlimm anhört, tritt die Skikrankheit, ebenso wie die Reise- oder Seekrankheit, nur vorübergehend auf und du wirst dich auch wieder schnell davon erholen.