Histaminarme Ernährung - Unser Tipp zur Vorbeugung von Schwangerschaftsübelkeit

Histaminarme Ernährung - Unser Tipp zur Vorbeugung von Schwangerschaftsübelkeit

Du liebst Spaghetti Bolognese mit Parmesan von deinem Lieblingsitaliener nebenan und kannst dir nicht vorstellen auf Tomaten mit Mozzarella zu verzichten? Und auch ein Schweinsbraten ohne Sauerkraut ist für dich kaum vorstellbar?

Während deiner Schwangerschaft kann sich ein Verzicht jedenfalls lohnen. Tomaten, langgereifter Käse und Sauerkraut sind reich an Histamin und können für Unwohlsein, Kopfschmerzen und Übelkeit sorgen.

Wieso gerade das Histamin Beschwerden verursachen kann

Histamin ist eine einfache chemische Substanz, die vom Körper produziert wird und somit natürlicherweise in uns Menschen vorkommt. Histamin hat vielfältige Aufgaben. Es wirkt blutdrucksenkend, dient als Botenstoff beim Schlaf-Wach-Rhythmus, bei der Appetitkontrolle, der Lernfähigkeit, dem Gedächtnis und unseren Emotionen.

Ist zu viel Histamin im Körper vorhanden, kann es aber auch negative Auswirkungen haben. Ein zu hoher Histaminspiegel kann Kopfschmerzen, eine verlegte oder rinnende Nase, Atembeschwerden, einen schnellen Pulsschlag und Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit auslösen.

So schützt sich der Körper

Histamin ist praktisch in allen Lebensmitteln enthalten. Daher muss sich der Körper vor zu viel Histamin schützen. Im Darm produziert er deswegen ein Enzym mit dem klingenden Namen Diaminoxidase. Bei gesunden Menschen werden Lebensmittel, die viel Histamin enthalten, also schon im Darm davon befreit.

In der Schwangerschaft wird das schützende Enzym zusätzlich in der Plazenta, also im Mutterkuchen, gebildet. Zu Beginn der Schwangerschaft ist das Enzym allerdings nur in geringer Menge vorhanden und schießt erst nach den ersten drei Monaten so richtig in die Höhe. Aus diesem Grund fühlen sich die meisten Schwangeren auch erst dann wieder wohl und die Übelkeit verschwindet langsam wie von selbst.

Besser handeln, als abwarten

Natürlich kann man die ersten drei Monate abwarten und die Übelkeit ertragen. Muss man aber nicht.

Mit einer histaminarmen Ernährung kann man schon vorbeugend etwas gegen die Übelkeit tun, noch bevor sie eintritt. Die Einschränkungen dabei sind gering und statt Tomaten, Parmesan und Sauerkraut ist auch leicht eine histaminarme Alternative gefunden.

In diesen Lebensmitteln versteckt sich das Histamin

Als Faustregel gilt: In frischen Nahrungsmittel ist kaum Histamin enthalten. Diese kann man demnach bedenkenlos genießen. Große Histaminmengen sind hingegen in Käse mit langer Reifezeit, Thunfisch, Hartwurst, Rotwein und alkoholischen Getränken enthalten (auf diese solltest du aber während der Schwangerschaft ohnehin verzichten). Käsesorten, die lange reifen und daher viel Histamin enthalten, sind beispielsweise Parmesan, Emmentaler und Gouda. Auch auf Rohschinken und Hartwürste wie Salami sollten wir besser verzichten. Auch diese haben eine lange Reifezeit und können damit einen hohen Histamingehalt haben. Beim Gemüse streicht man am besten Sauerkraut, Spinat und allen voran die Tomaten komplett vom Speiseplan.

Genießen natürlich erlaubt

Verzichtet werden sollte aber nur auf bestimmte Lebensmittel und keinesfalls auf den Genuss. Das heißt, genüsslich speisen ist natürlich auch bei histaminarmer Ernährung erlaubt. Statt Tomaten mit Mozzarella gibt es dann einen Paprikasalat. Schinkennudeln mit Ei, gefüllte Paprika oder eine Zucchinilasagne sind köstlich und lassen Spaghetti Bolognese schnell in Vergessenheit geraten. Und zu einem Schweinsbraten muss es auch nicht immer das Sauerkraut sein. Was hältst du zum Beispiel ersatzweise von frischem Rotkraut, passend zu Kartoffelknödel und der bevorstehenden Weihnachtszeit?

Mahlzeit!

Übrigens, mehr Infos zur histaminarmen Ernährung findest du in der 3. Auflage des Buches „Histaminintoleranz. Histamin und Seekrankheit“, herausgegeben von Reinhart Jarisch.

Die Lektüre gibt’s in deiner Buchhandlung ums Eck oder online hier klicken

Viel Spaß beim Schmökern…